Also ich weiß, dass jetzt nicht gerade Keksbackzeit ist, aber Leute - guckt ma raus, das Wetter ist total doof draußen, ich kann nicht in meinen Garten - da back ich mir zwischenzeitlich doch ein paar Gartenkekse!! Dann bin ich gewappnet für bessere Zeiten.
Ich habe mir vorgenommen, immer ein paar selbstgebackene Kekse im Gartenhaus zu haben; wenn mal Gäste kommen, habe ich etwas da zum Anbieten und brauch nicht auf das gekaufte Zeug zurückgreifen. Ich habe noch keine Kekse gefunden, die mich überzeugen konnten. Alles zu süß, wie ich finde!

Das ist Grund 1!!

Grund 2:

Steph hat auch vor zwei Jahren übrigens auch im Juni Grüntee-Kekse gebacken, obwohl sie Ofen anmachen in der warmen Jahreszeit total blöd findet, ätsch...

Grund 3:

Wer weiss, wielange es noch unverstrahltes Matchapulver gibt - zu der Situation sage ich noch einiges zum Schluss - und da ich schon damals angekündigt hatte, Stephs Grünteekekse nachzubacken, nutze ich jetzt die Chance; zum Glück habe ich noch Matchapulver alter Ernte im Haus und gesagt, getan, ich habe mich endlich an die verdammt lecker aussehenden leuchtendgrünen Verführer gemacht, schließlich begleiten sie mich schon seit 2 Jahren...und sie sind wunderbar mürbe, genau wie ich sie mag, leicht herb durch das Grünteepuver, was natürlich auch an dem Matcha selbst liegt. Da gibt es große Unterschiede. Mein Matchatee von Keiko aus der 1. Pflückung ist grasig mild, zum Backen eignet sich aber auch sehr gut die kräftigere 2. Pflückung, schließlich soll man ja auch etwas vom Grüntee durchschmecken.

Ach ja... es gibt noch einen Grund - ich liebe die Farbe Grün über alles und die Kekse passen doch hervorragend zu meinem kleinen Gartenhaus...nicht wahr?

Grüntee-Kekse a

Hier ist das Rezept:

Zutaten

75 g Puderzucker
140 g Butter, zimmerwarm
2 geh. TL Matcha-Grünteepulver
2 Eigelb
250 g Mehl (ich bevorzuge zur Zeit Dinkelmehl)
1/2 TL Salz

Kristallzucker zum Bestreuen

Zubereitung

  • Den Ofen auf 180°C vorheizen.
  • Den Puderzucker mit dem Matchapulver in einer Schüssel gut vermischen
  • Die weiche Butter hinzufügen und mit dem Mixer schaumig rühren, bis die Butter-Zuckermischung beginnt heller zu werden.
  • Das Mehl dazugeben und ebenfalls unterrühren.
  • Nun die beiden eigelbe hinzufügen und solange verrühren, bis sich die masse gut verbunden hat.
  • Den Teig in Klarsichtfolie einwickeln und ca. 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
  • Aus dem Kühlschrank nehmen und ca. 15 min. Zimmertemperatur annehmen lassen und 0,5 cm dick auf einem Backbrett mit wenig Mehl ausrollen.
    Mit einem Ausstecher, ich habe sogar einen Teekannenausstecher in meinem Sammelsurium von Ausstechern gefunden, Kekse ausstechen und die Oberseite vorsichtig in Kristallzucker drücken.
  • Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und in dem vorgeheizten Ofen ca. 10 - 15 min. backen, es sollte nur der Rand leicht bräunlich werden, sonst schmecken sie leicht zu bitter.
  • Auf einem Kuchenrost abkühlen lassen und schnell in einen gut verschließbaren Behälter legen, da das Grünteearoma schnell verfliegt.

Grüntee-Kekse b

Für mich als Japan-Teefan ist eine Welt zusammengebrochen, man findet auch nach Wochen keine Worte für dieses Desaster!
Nicht nur alleine der Umstand, dass es schwieriger sein wird, weiterhin guten Japantee zu bekommen, für die Menschen im eigenen Land ist es von unermesslichem Ausmaß und für Jahrzehnte gibt es Teegebiete, die nicht mehr zu bewirtschaften sind. Immer noch sind weite Gebiete, die durch das Erdbeben und die Sturmflut am 11. März zerstört wurden, unbewohnbar. In großen Teegebieten wie z.B. das Shizuokagebiet unterhalb Tokios wurden erhöhte Strahlungen gemessen. Ein Teegebiet, wo auch ich u.a. meine Tees bezogen habe.
Ich habe beruflich damit zu tun, man kennt kleine Familienbetriebe, die für immer ihre Plantagen schließen müssen, die in den letzten Jahren unter schweren finanziellen Mitteln alle Reserven mobilisiert hatten, um  ihren Tees ein Bio-Zertifikat zu ermöglichen - und nun DAS!!
Und was das alles mit sich zieht...

Nun gibt es ja noch ein großes Teeanbaugebiet ganz im Süden in Kagoshima, das glücklicherweise von der Katastrophe nicht betroffen ist. Es ist ein Teegebiet, welches vom Unglücksort am weitesten entfernt liegt. Da werde ich natürlich mein Hauptaugenmerk legen, die Labor-Ergebnisse sind zum Glück einwandfrei, aber gelitten hat die japanische Teebranche allemal...und nicht nur die!

Das hilft den anderen Menschen im Katastrohengebiet leider nicht viel weiter, deswegen möchte ich auf ein Spendenkonto hinweisen, welches das Japanische Rote Kreuz hier eingerichtet hat, ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber immerhin...

Kt.Nr. 41 41 41 , Bank für Sozialwirtschaft BLZ 370 250 00 Stichwort Tsunami 2011

Es ist nie zu spät...und eigentlich gibt es genug Gründe, auch im Sommer Kekse zu backen, oder?