Hat der Frühling zwar nun endlich Einzug gehalten, muss ich aber noch einen klitzekleinen Abstecher in die Weihnachtszeit machen. Nur kurz - versprochen
Kurz vor Weihnachten, in meinem größten Weihnachtsgeschäftsstress stand ich erschöpft hinter meinem Tresen und schaute hungrig ins Nirgendwo...
Es ging schon auf den Abend zu und beruhigte sich deutlich, da öffnete sich die Tür und herein kam eine Kundin strahlend auf mich zu und fragte mich, ob ich Appetit auf ein kleines Teilchen hätte; sie hätte gerade gebacken.

Quark-Zitronenzöpfe a

Und ich muss sagen, liebe Alina, das war wie ein Wunder, es war sozusagen die Antwort auf meine stille Bitte, etwas zwischen die Zähne zu bekommen. Es kam gerade im rechten Augenblick und konnte köstlicher nicht sein.
Zwar mag ich eigentlich nichts Süßes, wenn ich noch nichts gegessen habe, aber diese Zitronenzöpfe waren nicht so süß und trotz großen Hungers machte ich mir schnell noch eine Tasse Tee und genoss jedes Stückchen davon, als wäre es das Köstlichste auf der Welt!!!
Ich habe schon häufiger von Freundinnen manch Leckerbissen reingereicht bekommen, aber dies war wirklich ein ganz besonderer Augenblick und im Nachhinein freut es mich, dass es manchmal Momente gibt, die man nicht vergisst und auch so in Erinnerung bleiben.
Und es freut mich natürlich, dass es Menschen gibt, die einem diese besonderen Momente bescheren. Es war einfach zur rechten Zeit, am rechten Ort.
So - nun genug philosophiert, mittlerweile habe ich dieses Rezept genannt bekommen, es stammt von Alinas Großmutter und ich darf es freundlicherweise veröffentlichen. Ich finde, es ist weiß Gott kein typsches Weihnachtsgebäck, sonst würde ich es auch gar nicht zu diesem Zeitpunkt erwähnen.
Es ist geradezu ideal, sich auch außerhalb der besinnlichen Zeit besinnliche Stunden zu zaubern...

Der Teig ist ganz einfach, so ein Quark-Ölteig nur ohne Öl, sondern mit Butter und wird wirklich ganz ohne Zucker und auch ohne eine Priese Salz zubereitet. Er wirkt wie ein Blätterteig, nur viel bekömmlicher. Durch den Zitronenguss darf man das Ganze dann Kuchen nennen, denke ich.

Alina knetet den Teig, kühlt ihn, knetet ihn wieder und nach einem nochmaligen Kühlvorgang wird er dann verarbeitet. Er ist dann locker, aber nicht blättrig.
Sie nimmt gleiche Teile Quark und Butter und 1 1/2 mal soviel Mehl. So ist das Rezept der Großmama.
Ich habe es auch schon zweimal so gehandhabt, aber gestern wusste ich es nicht mehr so genau und rollte den Teig nach dem ersten Kühlen aus, schlug die Teigbahn mehrmals übereinander und dadurch wurden sie diesmal wirklich wie ein luftiger Blätterteig.

Zutaten

  • 250 g Magerquark
  • 250 g Butter
  • 375 g Mehl ( ich hatte diesmal nur 250 g Mehl genommen, weswegen er wahrscheinlich blätterteigartiger wurde)

Für den Guss:

  • 1 Zitrone
  • 200 g Puderzucker

Zubereitung

  1. Die Teigzutaten zu einer glatten Kugel verarbeiten. In Folie wickeln und ca. 1 Std. in den Kühlschrank.
  2. Nochmals kneten, ausrollen, übereinanderschlagen und wieder in den Kühlschrank geben.
  3. Den Ofen auf ca. 180 °C vorheizen.
  4. Den Teig wieder  zu einem Rechteck ca. 40 x 30 cm ausrollen und mit dem Teigroller ca. 40 cm lange Streifen ausradeln.
  5. Die Streifen halbiert umlegen und einfach zu einer Kordel drehen.
    Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und ca. 20 min goldbraun backen.
    Auf ein Gitter legen und mit dem Zitronenguss dick bestreichen.

Quark-Zitronenkordeln b

Sie schmecken am besten frisch, aber das sollte auch kein Problem sein...bei uns sind sie immer weg wie nix!